Gehts nun wirklich aufwärts?

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dieNase
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seit 27.11.2005
Beitrag 08. Nov 2006, 22:46 Gehts nun wirklich aufwärts?   Antworten mit Zitat
Hallo Leute,

wie ihr sicher gehört habt, ist die Arbeitslosenquote in Deutschland unter 10% gesunken und man spricht sogar von einem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung.

Wäre ja schön, wenn da wirklich etwas dran wäre, aber ich bezweifle es. Die Arbeitslosenstatistik wird wahrscheinlich wie immer geschönt und das prima Konsumklima liegt sicher nicht zuletzt an der baldigen Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Oder bin ich doch zu pessimistisch?
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Nico
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seit 24.03.2005
Beitrag 22. Nov 2006, 21:09   Antworten mit Zitat
Ich glaube Du bist zu pessimistisch! Die Reform der Arbeitslosenstatistik unter Rot-Grün hat das Ganze immerhin transparenter gemacht. Dass wir jetzt wieder unter 10% sind ist ein Zeichen für den Aufschwung. mEs gibt ja sogar offene Stellen, für die es einfach keine potentiellen Angestellten gibt. Das spricht zwar dafür, dass wir wohl immer ein "Präkariat" der Unvermittelbaren behalten werden, aber grundsätzlich sieht es auf dem Arbeitsmarkt besser aus. Selbst wenn die Jobs für die es keine passenden Deutschen gibt an Ausländer vergeben würden, würden in der Folge Jobs für unterqualifizierte Deutsche entstehen. Schließlich will der Biotech-Experte ja auch, dass ihm das Auto gewaschen wird oder ihm jemand Essen serviert. Die Frage ist nur ob wir hier in Deutschland qualifizierte Kräfte aus dem Ausland anlocken können. Die miese Stimmung hier dürfte wohl einige Leute im Ausland abschrecken.
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Rentus
Gast
Beitrag 13. Sep 2007, 09:24   Antworten mit Zitat
Die ehrliche Beantwortung der Frage, ob ein Aufschwung erkennbar ist und die Arbeitslosigkeit sinkt, würde viele von uns wahrscheinlich enttäuschen. Ich sehe leider ebenfalls, daß nur wenige von diesem Aufschwung, der sicherlich im Kleinen vorhanden ist, profitieren. Warum ist das aber so und muß das zwangsläufig auch so sein, wäre eine weitere Frage.
Einerseits streben Gesellschaften in ihren technologischen Entwicklungen ständig weiter nach vorne wodurch andererseits immer weniger Menschen für die noch verbleibenden Arbeiten benötigt werden. Vor 100 Jahren waren von 100 Menschen noch 80 in der Landwirtschaft tätig. Das hat sich total verändert. Auch wenn hier und da neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, die Anzahl der Arbeitsplätze, die wegrationalisiert wurden, ist bei den momentanen Entwicklungen einfach höher.
Diese Entwicklungen mit all ihren Auswirkungen sind hinreichend bekannt, aber leider reagieren die Verantwortlichen Politiker nicht darauf.
Da mehrere Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind und auch nichts vom Aufschwung haben, ist die Zurückhaltung der Politiker bei der Lösung dieser ernsten gesellschaftlichen Probleme nicht zu verstehen.
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Ronny

aus Berlin
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306 Beiträge
seit 24.03.2005
Beitrag 15. Sep 2007, 19:28   Antworten mit Zitat
Rentus: Wieso würde uns die Antwort enttäuschen? Wie ist sie denn? Wenn du sie kennst, sag sie uns doch. Woher weißt du, daß nur wenige davon profitieren?

Ich merke jedenfalls deutlich, daß die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland besser geworden ist. Viele Leute haben mehr Geld und geben mehr aus was wiederum die Wirtschaft ankurbelt. Nicht umsonst steigen die Steuereinnahmen in ungekannte Höhen. Manche Experten sagen sogar ein ausgeglichener Haushalt wäre 2007 möglich. Das wäre der erste in 20 Jahren. Das ist ein Riesen-Aufschwung und kein kleiner. Mit Polemik kannst du den auch nicht schlecht reden.

Die Politiker müssen das Problem der Arbeitslosigkeit auch nicht alleine lösen. Ich bin dafür, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit zu senken, damit die Jobs gleichmäßiger und gerechter verteilt werden. Es gibt auch etliche tausend offene Stellen. Die Zurückhaltung der Arbeitslosen, diese offenen Stellen zu besetzen, kann ich nicht verstehen. Scheinbar ist bei vielen der Leidensdruck noch nicht groß genug, sich einen Job zu suchen.
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Rentus
Gast
Beitrag 16. Sep 2007, 11:05   Antworten mit Zitat
Ronny: Enttäuschend ist, daß nur wenige vom Aufschwung profitieren. Und noch viel enttäuschender ist, daß nur die davon profitieren, die selbst schon genug haben. Sprich irgend jemanden auf der Straße an und du wirst sehr oft meine Worte hören. Ich habe Menschen angesprochen und von daher kenne ich diese Aussagen.
Natürlich gibt es viele offene Stellen. Nur erhält ein Arbeitsloser unter Umständen mit Job noch weniger Geld als ohne. Das heißt, selbst wenn jemand einen dieser Jobs annimmt, muß er noch etliche Anträge auf irgenwelche Zuschüsse stellen, um seine Ausgaben überhaupt bestreiten zu können. Auch hier empfehle ich, sprich einmal mit Betroffenen.

Politiker können die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes auf keinen Fall alleine Lösen. Aber sie können Lösungen anbieten und Rahmenbedingungen schaffen. Politiker verfügen über große Apperate und geben viele Steuergelder für etliche Expertengutachten aus. Da muß doch auch etwas zu erwarten sein, oder?

Rentner haben nach vielen Jahren der sogenannten Nullrunden eine "Handvoll" mehr Rente erhalten. So behauptete es jedenfalls Herr Münterfering. Nun habe ich einige Rentner befragt. Eine Handvoll liegt bei zwei bis drei Euro. Wahrscheinlich muß man sich diesen Betrag in Cents auszahlen lassen, damit daraus eine Hand voll wird.
So dolle kann es ja dann mit dem Aufschwung nicht sein, wenn wir nicht einmal Geld für die Menschen haben, die einstmals die Basis für unser aller Wohlstand geschaffen haben.
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Ronny

aus Berlin
Silber-Benutzer
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306 Beiträge
seit 24.03.2005
Beitrag 26. Sep 2007, 18:41   Antworten mit Zitat
Rentus hat geschrieben:
Ronny: Enttäuschend ist, daß nur wenige vom Aufschwung profitieren.
Woher kommt dann der Aufschwung? Woher kommen die sprudelnden Steuereinnahmen? Alles Exporte? Das klingt für mich nicht sehr wahrscheinlich.
Rentus hat geschrieben:
Natürlich gibt es viele offene Stellen. Nur erhält ein Arbeitsloser unter Umständen mit Job noch weniger Geld als ohne. .. Auch hier empfehle ich, sprich einmal mit Betroffenen.
Was soll die Konsequenz daraus sein? Man müßte wohl Hartz-IV kürzen, damit sich dann das Arbeiten wieder lohnt!
Rentus hat geschrieben:
Rentner haben nach vielen Jahren der sogenannten Nullrunden eine "Handvoll" mehr Rente erhalten. So behauptete es jedenfalls Herr Münterfering. Nun habe ich einige Rentner befragt. Eine Handvoll liegt bei zwei bis drei Euro. Wahrscheinlich muß man sich diesen Betrag in Cents auszahlen lassen, damit daraus eine Hand voll wird.
Nunja, aber es gibt auch viele reiche Rentner. In einem anderen Thema hast du behauptet die reichen Rentner würde ihre Hartz-IV-Empfänger-Kinder unterstützen, weil die sonst nicht über die Runden kommen. Und Tatsache ist doch, daß es den Rentner heute meist sehr gut geht, vergleichen mit früheren Generationen.
Rentus hat geschrieben:
So dolle kann es ja dann mit dem Aufschwung nicht sein, wenn wir nicht einmal Geld für die Menschen haben, die einstmals die Basis für unser aller Wohlstand geschaffen haben.
Ich habe den Generationen-Vertrag nicht eingeführt. Die Rentner von heute sind doch genau diejenigen, die vor 60 Jahren das jetzige Rentensystem in der Form geschaffen und eingeführt haben. Wenn das jetzt nicht aufgeht, sind sie selbst auch mitverantwortlich. Ich werde mich jedenfalls nicht darauf verlassen, daß ich in 50 Jahren von der jungen Generation versorgt werde.
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Rentus
Gast
Beitrag 29. Sep 2007, 16:29   Antworten mit Zitat
Der Aufschwung kommt, soweit vorhanden, so ziemlich von allen Bürgern unserer Gesellschaft und bestimmt auch anderer Gesellschaften.
Nicht nur der Vorstandvorsitzende eines Konzerns hat dazu beigetragen, nein auch der Pförtner, die Sekretärin und die arbeitslose Frau des Pförtners. Korrekt betrachtet haben auch die vielen Menschen, die entlassen wurden, zum Aufschwung mancher Firmen beigetragen. Dort gibt es jetzt ganz einfach weniger Personalkosten und in Größenordnungen betrachtet, kann das auch ein Gewinn sein. Hoffe nur, dieser wird uns nicht als Aufschwung verkauft.
Wenn viele Berufsgruppen genau so viel oder weniger als Hartz-IV-Empfänger verdienen, dann ist in der Gesellschaft etwas faul. Die Konsequenz kann doch nur sein, erst einmal die Gründe und Ursachen für diese Entwicklungen aufzudecken. Es ist schwer einzusehen und zu verstehen, daß in einem der reichsten Länder der Erde zunehmend mehr Menschen unter dem Existenzminimum arbeiten müssen.
Der Wohlstand der Rentner ist sehr geteilt, wie es Statistiken belegen. Ein armer Rentner kann seine Kinder oder Enkelkinder nicht unterstützen, ein etwas wohlhabenderer schon. Ich habe gehört, daß es wohl ca. 60% aller Rentner gut geht, die anderen leben bereits an Existenzgrenzen.
Und nebenbei bemerkt, der Generationen-Vertrag kann doch nicht die alleinige Ursache für die Zunahme von Reichtum bei einigen wenigen Menschen und gleichzeitiger Zunahme von Armut bei immer mehr Menschen sein.

Politiker und Führungskräfte der Wirtschaft verfügen, was den Aufschwung betrifft, über alle relevanten Zahlen und Informationen. Warum sonst verkünden sie allerorts, es geht aufwärts.
Genau deshalb sollten Politiker Zeugnis darüber ablegen, wie und wo der Aufschwung zustande kam und wie und wo dieser zum Wohle aller Menschen genutzt wird. Letztendlich stehen Sie aufgrund ihrer enormen Entscheidungsvollmachten in einer ganz besonderen Pflicht gegenüber den Bürgern ihres Landes bzw. den ihnen anvertrauten Menschen.
Was macht mich nur so sicher, daß ich jetzt schon weiß, daß so etwas noch nicht geschehen wird.
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Ronny

aus Berlin
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seit 24.03.2005
Beitrag 03. Okt 2007, 12:24   Antworten mit Zitat
Immerhin bestreitest du den Aufschwung an sich nicht mehr.
Rentus hat geschrieben:
Wenn viele Berufsgruppen genau so viel oder weniger als Hartz-IV-Empfänger verdienen, dann ist in der Gesellschaft etwas faul. Die Konsequenz kann doch nur sein, erst einmal die Gründe und Ursachen für diese Entwicklungen aufzudecken.
Die Ursache ist doch recht leicht zu finden: Der Hartz-IV-Satz wurde auf dieses Niveau gesetzt. Die Gehälter waren ja auch schon vor Hartz-IV so hoch.
Rentus hat geschrieben:
Es ist schwer einzusehen und zu verstehen, daß in einem der reichsten Länder der Erde zunehmend mehr Menschen unter dem Existenzminimum arbeiten müssen.
Klar, aber wir haben eine recht weitreichende Definition von Existenzminimum. Tatsächlich geht es den Leuten vergleichsweise gut, weil sie alles, was sie zum Leben brauchen, geschenkt kriegen. Das da dann der Anreiz fehlt, selbst irgendetwas zu tun, ist mir klar. Das wir den Hartz-IV-Empfänger den Lebensunterhalt schenken ist doch schon eine große Leistung. Ich finde das wird viel zu oft als selbstverständlich empfunden, obwohl das weltweit durchaus nicht üblich ist. Man kriegt in anderen Ländern deutlich weniger Sozialhilfe. Da fragt dann keiner, ob man von dem Geld die Miete bezahlen kann.
Rentus hat geschrieben:
Und nebenbei bemerkt, der Generationen-Vertrag kann doch nicht die alleinige Ursache für die Zunahme von Reichtum bei einigen wenigen Menschen und gleichzeitiger Zunahme von Armut bei immer mehr Menschen sein.
Das hat ja auch niemand gesagt. Der Generationenvertrag hat nur was mit dem Rentensystem zu tun.
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Faultier
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seit 04.10.2007
Beitrag 08. Okt 2007, 19:03   Antworten mit Zitat
Rentus hat geschrieben:
Enttäuschend ist, daß nur wenige vom Aufschwung profitieren. Und noch viel enttäuschender ist, daß nur die davon profitieren, die selbst schon genug haben.
Ich denke, dass vielleicht schon alle (mehr oder weniger) profitieren, dass man aber vom Aufschwung nicht erwarten darf, dass er soziale Ungleichheit beseitigt. Die sozialen Unterschiede reproduzieren und stabilisieren sich nur auf einem insgesamt höheren Niveau. Es gibt somit immer "Arme", aber diese Armut ist immer nur relativ zum Rest der Gesellschaft. Aber dafür wird es in Relation zum Rest der Welt nie wirklich Armut in Deutschland geben, da kann ich Ronny nur zustimmen.

Was ich allerdings auch bedenklich finde ist das Problem, dass man arbeitslos teilweise gleich viel oder sogar mehr Geld hat als mit Arbeit. Die Debatte um Mindestlohn ist daher unbedingt notwendig, obwohl ein gesetzlicher Mindestlohn auch Gefahren birgt und Nachteile hat. Bin ganz froh das nicht entscheiden zu müssen...
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Rentus
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Beitrag 10. Okt 2007, 09:34   Antworten mit Zitat
Die Hartz-IV-Sätze liegen in aller Regel beim Existenzminimum. Das hat die Bundesregierung so berechnen lassen und dann anerkannt.
Wenn sich nun auch noch viele Löhne auf diesem Niveau befinden oder gar darunter liegen, so hat diese Tatsache doch nichts mit der Berechnung der Hartz-IV-Sätze zu tun.
Ein klärendes Beispiel:
Ich habe vor ein paar Wochen Herrn Dussmann im Fernsehen gesehen. Er sagte, daß er seinen Mitarbeitern im Reinigungsbereich nur 4 Euro die Stunde zahlen kann. Sind die Löhne zu hoch, dann fällt er bei der Auftragsvergabe durch, so seine Meinung.
Nun ist Herr Dussmann mehrfacher Milliardär und man fragt sich, wo kommen diese Unmengen an Geld her? Wo und von wem wurden diese erwirtschaftet?
Außerdem bekommt herr Dussmann viele Aufträge von der öffentlichen Hand, wo es kaum Wettbewerb gibt. In diesem Zusammenmhang haben mir verschiedene Unternehmer erzählt, daß sie ohne Wettbewerb immer wieder Aufträge vom Staat erhalten, weil sie ansonsten etliche Arbeitnehmer entlassen müßten. Mitarbeiter mit sinkenden oder niedrigen Löhnen abzufinden scheint für die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft der bessere Weg zu sein, als diese zu entlassen.
Welchen Zweck erfüllt solch ein Handeln? Zum einen sinken die Arbeistlosenzahlen und zum anderen bleiben die Gewinne da, wo sie hin sollen.
Natürlich ist Herr Dussmann nicht der einzige Unternehmer, der niedrige Löhne zahlt.
An diesem Beispiel wird lediglich deutlich, daß Unternehmer vom Aufschwung profitieren, ihre Mitarbeiter eher nicht.
Nun kommt es nicht darauf an, den Unternehmern ihre Gewinne streitig zu machen. Unternehmer tragen das Risiko und müssen dementsprechend auch für sich und ihre Familien finanzielle Rücklage bilden können. Außerdem würde niemand etwas tun, wenn der Reiz eines attraktiven Gewinnes nicht vorhanden wäre.
Letztendlich bleibt die Frage, wieviel von diesem Gewinn bzw. Aufschwung muß und sollte an die anderen Beteiligten weiter gegeben werden.
Hier die Relationen ins Lot zu bringen ist die eigentliche Herausforderung.
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realonebulldog
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seit 02.10.2007
Beitrag 17. Okt 2007, 11:19   Antworten mit Zitat
Rentus hat geschrieben:
Ronny: Enttäuschend ist, daß nur wenige vom Aufschwung profitieren. Und noch viel enttäuschender ist, daß nur die davon profitieren, die selbst schon genug haben. Sprich irgend jemanden auf der Straße an und du wirst sehr oft meine Worte hören. Ich habe Menschen angesprochen und von daher kenne ich diese Aussagen.
Natürlich gibt es viele offene Stellen. Nur erhält ein Arbeitsloser unter Umständen mit Job noch weniger Geld als ohne. Das heißt, selbst wenn jemand einen dieser Jobs annimmt, muß er noch etliche Anträge auf irgenwelche Zuschüsse stellen, um seine Ausgaben überhaupt bestreiten zu können. Auch hier empfehle ich, sprich einmal mit Betroffenen.

Politiker können die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes auf keinen Fall alleine Lösen. Aber sie können Lösungen anbieten und Rahmenbedingungen schaffen. Politiker verfügen über große Apperate und geben viele Steuergelder für etliche Expertengutachten aus. Da muß doch auch etwas zu erwarten sein, oder?

Rentner haben nach vielen Jahren der sogenannten Nullrunden eine "Handvoll" mehr Rente erhalten. So behauptete es jedenfalls Herr Münterfering. Nun habe ich einige Rentner befragt. Eine Handvoll liegt bei zwei bis drei Euro. Wahrscheinlich muß man sich diesen Betrag in Cents auszahlen lassen, damit daraus eine Hand voll wird.
So dolle kann es ja dann mit dem Aufschwung nicht sein, wenn wir nicht einmal Geld für die Menschen haben, die einstmals die Basis für unser aller Wohlstand geschaffen haben.

Das kann ich nur voll unterschreiben. Jeden Tag hört man vom Aufschwung und keiner merkt etwas. Erinnert mich ein wenig an des Königs neue Kleider.....Ich bin mir sicher wenn man das gesamte investierte Schwarzgeld aus dem inländischen Geldkreislauf ziehen würde, täte sofort alles zusammenbrechen.Seit der Euro Einführung hat sich alles auf unvorstellbar irrwitzige Art geändert, ich z.B suche eine Wohnung und habe bei der Saga nachgefragt, zugeschickt wurde mir das Angebot einer 42 qm Dachwohnung Miete warm 480 Euro....und hier darf man wohl garnicht mehr in DM umrechnen....muß man aber doch den das Einkommen hat sich ja nicht so drastisch erhöht! Das bedeuted also ca 1000 DM Miete für 40 qm Wohnfläche. Der Durchschnittshandwerker bekommt ca 1500 EU ausbezahlt hiervon muß er alles begleichen evtl. Kinder ernähren, Frau, Hund Telefon, Miete, Autoversicherung, Strom, Kleidung, Benzin,Reparaturen, Wasser, , Nahrung, Heizung usw. usw. usw...... Das seine Frau evtl. mitarbeiten muß hat nichts mit Gleichberechtigung zu tuen, es geht ums nackte Überleben!Ein bekannter arbeitet als Bestatter, er holt die Toten aus den Häusern,was er an Armut in den Familien mitbekommt belastet in mittlerweile noch zusätzlich seelisch. Sein Chef hat Außenstände von über 150.000EU . Er sagt das hat nichts mit Zahlungsmoral zu tuen, die Menschen KÖNNEN nicht mehr bezahlen und sind teilweise zu stolz zum Sozialamt zu gehen. Ein anderer Bekannter arbeitet bei eine Inkasso-Firma, er holt Fahrzeuge, Baumaschienen, Einrichtungen etc. etc. aus insolventen Betrieben und er sagt : Ich könnte Tag und Nacht arbeiten wir würden trotzdem nicht alles schaffen. Alles das ist für mich kein Hinweis auf einen Aufschwung. Ein Euro Läden laufen gut und Floh-Märkte haben Hochkonjunktur....spricht auch für sich oder...? Ich schließe mit dem bekannten Werbeslogan einer bekannten Ladenkette
Laßt euch nicht verarschen....!
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Rentus
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Beitrag 21. Okt 2007, 10:46   Antworten mit Zitat
Leider ist es so, daß es vielen Menschen heutzutage finanziell schlechter geht als vor der Euro Einführung.
Da muß man sich schon einmal Fragen, wem hat die Euro Einführung eigentlich genutzt. Wer hatte dadurch am Ende mehr im Geldbeutel. Der größere Teil der Bürger war und ist es jedenfalls nicht. Warum konnte man nicht vorher wissen, daß solche Entwicklungen mit der Euro Einführung auch möglich sind?
Genauso ist es mit dem Aufschwung und der Globalisierung. Es gibt halt nur wenige Menschen, die an diesen Entwicklungen verdienen, die Masse jedenfalls nicht.
Wieviel mehr Steuereinnanhmen der Staat haben wird bzw. hat, ist ja bekannt. Jetzt stellt sich die alte und bekannte Frage, wer hat diese Werte erarbeitet und wie werden diese verteilt bzw. in die Zukunft investiert. Eine ehrliche Antwort aus Wirtschaft und Politik fehlt. Die Erarbeitung wie auch die Verteilung dieser Gelder muß natürlich ausgewogen sein.
Von Polikern ist dagegen zu hören, daß es bei der Verteilung dieser Gelder regelrechte Machtkämpfe gibt. Jeder möchte für seinen Bereich den größten Anteil haben. Wie diese Steuergelder durch wen erarbeitet werden, ist völlig außen vor. Das einzige was interessiert, ist die Verteilung.
So wird die Verteilung der Steuergelder zur Machtfrage und nicht zur Frage, wie unsere Gesellschaft weiter nach vorne gebracht werden kann.
Es muß einen Grund geben, weshalb es für die Verteilung der Steuereinnahmen keine Maßstäbe gibt oder ernsthafte Prioritäten gesetzt werden. Maßstäbe die allen bekannt sind, an die sich alle orientieren und halten müssen.
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Faultier
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Beitrag 08. Nov 2007, 21:19   Antworten mit Zitat
Eine neue Studie hat wieder erschreckende wenn auch nicht unerwartete Ergebnisse gebracht. 2/3 des Vermögens in Deutschland befindet sich in den Händen der 10% reichsten Deutschen. Die große Mehrheit der Deutschen hat überhaupt kein Vermögen, d.h. die Kluft zwischen Arm und Reich wird tatsächlich größer.

Ich bin mir nun auch nicht mehr so sicher, dass jeder vom Aufschwung profitiert. Was in diesem Thread glaube ich noch nicht erwähnt wurde sind die Preissteigerungen bei Lebensmitteln wie Milch, Butter (alle Milchprodukte eigentlich), Brot usw. aber auch z.B. für Strom. Das sind halt Sachen, bei denen man praktisch nicht sparen kann und deren Preissteigerung darum Hartz IV Empfänger sehr stark belastet.
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Faultier
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seit 04.10.2007
Beitrag 14. Nov 2007, 11:11   Antworten mit Zitat
Die Gerechtigkeitsdiskussion geht weiter im Thread "Wird in Deutschland gerecht verteilt?" Grün vor Freude?
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Frau Holle
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seit 16.01.2006
Beitrag 29. Apr 2008, 08:50   Antworten mit Zitat
Ob es nun aufwärts geht? Gute Frage.. so schnell wohl nicht.

Es heißt, das Konsumklima verbessert sich... aber ob das stimmt und was das heißt ist unklar. Die Preise steigen ja eher weiter, was die Arbeitslosenstatistik betrifft hab ich länger nichts gehört, aber solange kein Mindestlohn existiert wird es immer noch viele arme Leute in Deutschland geben.

Vielleicht sieht es in fünf Jahren wirklich anders aus, hoffentlich besser und nicht schlechter. Bis dahin bewegen sich die Veränderungen im Schneckentempo, man sieht sie kaum.
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